15 JAHRE SPUTNIK

Im Westen gibt es etwas zu feiern!

Kaum zu glauben, aber mir kommt es vor als wäre es gestern gewesen – sollen das etwa 15 Jahre gewesen sein? So lange ist der erste Stammtisch am 25. November 1997 her, zu dem
sich sieben begeisterte Trabifahrer in der „Bauernschänke“ in Castrop-Rauxel trafen.
Dies war die Geburtsstunde des Trabant-Club Sputnik und seitdem ist dieser Stammtisch eine feste Institution an jedem letzten Dienstag im Monat – nicht nur für Trabifahrer, sondern für alle die Spaß an Ostfahrzeugen haben.
Dabei haben wir es geschafft, diese 180 Stammtische, trotz manchmal Schwierigkeiten, ohne Unterbrechung abzuhalten und somit eine konstante Größe in der Ostfahrzeugszene von NRW zu schaffen.
Von diesen sieben „Gründervätern“ sind immer noch vier aktiv dabei: Gero, Robert, Thomas S. und ich.
In der Bauernschänke waren wir nur kurz, es folgten griechische Restaurants, ein Kleingärtnerheim und auch normale Kneipen, aber alle hatten etwas gemeinsam: Es passte irgendwie nicht, mal zu teuer, mal zu eng geworden suchten wir hin und wieder etwas Neues. Im Jahr 2003 fanden wir uns dann in der Gaststätte „Schwarze Kuhle“ in Waltrop in der Nähe vom Schiffshebewerk Henrichenburg ein und haben in deren Saal eine feste Bleibe gefunden. Das Wirtspaar Bernd und Susi sowie das Team der Gaststätte sind immer für uns da und im Grunde sind alle zufrieden. Das zeigt auch die konstant hohe Zahl der Stammtischbesucher von über 30 Sputniks und Freunden.

Als lockere Verbindung zwischen den Trabifahrern gestartet, wurde die Gemeinschaft schnell enger und die Mitgliederzahlen steigen seitdem stetig an – bis auf momentan 74 Mitglieder.
Diese kommen in der Hauptsache aus Nordrhein-Westfalen, von Düsseldorf bis Hamm und Münster bis Wuppertal. Allerdings haben wir auch vier „Außenstellen“: Mitglieder in Sulzheim (Rheinland-Pfalz), Delmenhorst (Niedersachsen), Schleching (Bayern) und Saarbrücken (Saarland).
Alle Altersgruppen sind bei uns vertreten, die jüngsten eigenständigen Mitglieder sind 17 und alterstechnisch geht es hoch bis auf 67. Auch sind alle sozialen Schichten vertreten. Ich nenne es einmal so, aber dies spielt für uns absolut keine Rolle.
Sicher fanden im Laufe der Zeit auch Leute ihren Weg zu uns, die nicht so gut zu uns passten, weil diese nur ihr Auto repariert haben wollten um es zu verkaufen oder um sich selbst darzustellen und dem Verein schadeten. Aber weil bei uns die Gemeinschaft zählt, hat so etwas keinen Erfolg und mit dieser Einsicht haben solche Leute uns dann freiwillig verlassen, auch wenn so mancher das bis heute scheinbar nicht verschmerzen kann.

Eins ist Fakt: Ostfahrzeuge vermehren sich von ganz allein in dunklen Schuppen, und deshalb steigt auch unser Fahrzeugbestand stetig an. Im Moment besitzen unsere Mitglieder über 150 Fahrzeuge, wobei der Schwerpunkt natürlich auf dem Trabant liegt, vor allem dem P 601 in allen Variationen sowie P 60 und 1,1.
Aber vom MIFA-Klappfahrrad über Simson, MZ, Wartburg und Barkas bis zur IFA W50 Feuerwehr bewegen wir die große Fahrzeugpalette der kleinen DDR. Ob Toprestauriert, Alltagsfahrzeug oder Komplettumbau, alle sind bei uns herzlich willkommen.

Weil wir uns gut verstehen und auch füreinander einstehen, begannen wir auch gemeinsam etwas zu unternehmen. Am 18. April 1998 trafen wir uns in einem alten Gewächshaus, um dort zum ersten Mal gemeinsam zu schrauben und unsere Autos für die Tour zum 5. ITT in Zwickau fit zu machen. Natürlich wurde so etwas öfters wiederholt.
Zum 10. Jubiläum der deutschen Einheit im Jahr 2000 überlegten wir uns, dass ein Trabiclub am Tag der deutschen Einheit auf die Straße muss.
Diese erste Ausfahrt zum 3. Oktober führte uns nach Haltern zu Bauer Ewald auf den Prickingshof, und weil das allen einen riesigen Spaß gemacht hat, ist diese Fahrt eine feste Größe im Jahresplan geworden. Traditionell beginnt unser „Tag der deutschen Einheit“ mit einem gemeinsamen Frühstück, geht weiter mit Kultur/Museum und endet mit einem abschließenden Kaffeetrinken. Im Laufe der Jahre kamen dann einige interessante Ziele zusammen:

  • das Binnenschifffahrtsmuseum in Duisburg
  • das Feldbahnmuseum in Hattingen samt Muttental
  • das Freilichtmuseum in Hagen
  • das archäologische Museum in Herne und das Opelmuseum in Bochum
  • das Neandertalmuseum in Mettmann
  • das Mühlenhofmuseum in Münster (zusammen mit den Bewohnern des Bauernhofs St. Georg in Ascheberg)
  • das Automuseum in Melle und das Treckermuseum in Westerkappeln
  • das LWL-Römermuseum in Haltern
  • und in diesem Jahr die Henrichshütte in Hattingen

Bei uns gibt es kein „Muss“ zur Teilnahme an Veranstaltungen, trotzdem sind wir auf Treffen und anderen Veranstaltungen bei der Wertung „Größte Gruppe“ regelmäßig auf den vorderen Plätzen. Das zeigt, dass wir ein tolles Team sind und deshalb haben wir uns überlegt, noch eine weitere, vereinsinterne Fahrt zu machen. Seit dem Jahr 2008 nutzen wir den Brückentag nach Fronleichnam zu einer mehrtägigen Campingfahrt im Kreise der Mitglieder.
Diese führte uns:

  • 2008 nach Glöthe zum Fahrzeugmuseum
  • 2009 zum Campingplatz „Lütschesee“ bei Oberhof
  • 2010 an die Nordsee zum Campingplatz „Kransburger See“ nördlich von Bremerhaven
  • 2011 an die ehem. Deutsch-Deutsche Grenze nach Heringen
  • und in diesem Jahr (2012) nach Meiningen im Thüringer Wald

Natürlich ist das nicht alles an vereinsinternen Aktivitäten: Orientierungsfahrten, Weihnachtsessen oder auch weiterhin gemeinsames schrauben gehören für uns einfach dazu.
Wer uns kennt, der weiß, dass wir mittlerweile auch ein Trabitreffen organisieren, den „Tag des Trabi“, und das kam so:
Im Jahr 2005 übernahmen wir zusammen mit Thomas Herz von „de Trabifrönde Niederrhein“ die Leitung des „Tag des Trabi“ in Gelsenkirchen, nachdem der bisherige Organisator Addi Obst sich zurückzog.
Doch nur ein Jahr später zog sich Thomas Herz ebenfalls zurück um sich mehr auf seine Präsentation auf der „Techno Classica“ zu konzentrieren, und so liegt der „Tag des Trabi“ seitdem komplett in unserer Hand.
Die Umweltzonenproblematik zwang uns dann im Jahr 2008 den traditionellen Veranstaltungsort im Herzen des Ruhrgebiets zu verlassen und so zogen wir mit flauem Gefühl im Magen nach Ascheberg im Münsterland um, 50 km weiter nordöstlich. Aber die auf 270 Fahrzeuge gestiegenen Teilnehmer beim 19. und 20. „Tag des Trabi“ in Ascheberg auf Kneilmanns Obstwiese zeigten uns, dass wir auf dem richtigen Weg waren.
Leider konnten wir die Obstwiese nach dem zweiten Treffen in Ascheberg nicht mehr nutzen und so war es uns durch das Fehlen eines adäquaten Veranstaltungsortes nicht möglich, im Jahr 2010 diese traditionsreiche Veranstaltung durchzuführen. Weil aber Sputniks zäh sind und nicht aufgeben, ging es nach einem Jahr Pause weiter:
Mit der Wiese auf dem Bauernhof des Sozialwerks St. Georg in Ascheberg haben wir einen neuen Platz gefunden. Im Jahr 2011 und 2012 gab es dort die schon 21. und 22. Auflage des „Tag des Trabi“ an dem wieder über 200 Fahrzeuge teilnahmen. Auch für das Jahr 2013 ist diese traditionsreiche Veranstaltung gesichert, plant also das erste Wochenende im August ein (2. – 4. August 2013).

Seit 2008 organisieren wir auch das Eintagestreffen beim Lambertusmarkt in Ascheberg am 2. Septembersonntag. Das Treffen fand in diesem Jahr zum fünften Mal statt, jetzt unter anderem Namen (Oldtimer und Ostfahrzeugtreffen Ascheberg Open Air) und auf einem Samstag, allerdings in diesem Jahr zum letzten Mal. Zwei Treffen auf so engem Raum und zeitlicher Nähe sind schwierig zu Händeln. Also konzentrieren wir uns demnächst nur noch auf unseren „Tag des Trabi“.

Aber auch die Schwächeren unserer Gesellschaft sind uns nicht gleichgültig, bei unseren Veranstaltungen sammeln wir auch immer für den „Guten Zweck“. So konnten wir der Behindertenschule Waltrop-Oberwiese im Jahr 2003 die Summe von 520 € übergeben.
Den Bauernhof des Sozialwerks St. Georg in Ascheberg unterstützen wir auch, so kamen in den letzten Jahren 2502,88 € an Spenden zusammen, die wir der Wohnheimleitung dieses Bauernhofs für behinderte Menschen übergeben konnten. Allen Spendern, die auf unseren Veranstaltungen gespendet haben senden wir auf diesem Wege ein riesiges „DANKESCHÖN“.

Aber in diesem Jahr gibt es nicht nur 15 Jahre Sputnik zu feiern, wir sind auch schon seit 5 Jahren ein eingetragener Verein.
Seit November 2007 ist unser Club in das Vereinsregister als „Trabant-Club Sputnik e.V.“ eingetragen. Diesen Schritt haben wir nicht vollzogen um der „Vereinsmeierei“ zu frönen, sondern aus dem rein pragmatischen Grunde eine juristische Person als Veranstalter unserer zahlreichen Veranstaltungen und Aktivitäten zu bilden. Diese juristische Person ist somit der Ansprechpartner für Behörden und andere Institutionen. Durch den e.V. sind wir auch in der Lage, unsere große Mitgliederzahl und auch die Selbstgestellten Aufgaben besser zu meistern.