25. Tag des Trabi

Die „25“ ist voll –
Das Jubiläum des Traditionstreffen im Westen!

Der Trabant-Club Sputnik e.V. lud zum Jubiläum des traditionsreichen Treffens tief im Westen der Republik und die Fahrer von 201 Fahrzeugen aus der ehemaligen DDR und des Ostblocks folgten dieser!

Wie jedes Jahr ist der erste Samstag des Monats August traditionell der „Tag des Trabi“ in Ascheberg. Rund um diesen Tag trafen sich vom 31.Juli bis 02. August 2015 auf der altbekannten Wiese des Bauernhofes des Sozialwerkes St. Georg wie seit Jahren alles das, was auf den Straßen des Ostens unterwegs war – vom Mifa Fahrrad über eine große Menge Simson Mopeds und natürlich Trabis in jeglicher Variation bis hin zu Robur und IFA W50TLF.
Weil wir fleißig die Werbetrommel gerührt haben und auch die sozialen Kanäle nicht vernachlässigt haben, fanden 201 Ostfahrzeuge den Weg ins schöne Ascheberg. Zu Besuch kamen im Laufe der Veranstaltung auch einige West-Oldtimer vom R4 über diverse Motorräder bis zur Mercedes Pagode. Hier wuchs also zusammen, was zusammen gehört. Wie schon oft auf allen Treffen zu spüren ist, bei solchen Veranstaltungen ist die Mauer im Kopf verschwunden.

Wie immer ging es Donnerstags schon für uns los: Campingbegrenzungen anbringen, Vereinszelt aufbauen und auch schon unsere Zelte und Wohnwagen aufstellen. Als Lohn wurde dann wie immer im Vereinskreis gegrillt und gemütlich zusammengesessen.
Nach einem gemeinsamen Frühstück am Freitag trafen auch schon die ersten Gäste ein und weitere Fahrzeuge folgten, so dass wir 92 Fahrzeuge samt ihrer Insassen als Camper in der ersten Nacht begrüßen durften.

So ging es am eigentlichen „Tag des Trabi“ am Samstag natürlich weiter: Ein IFA-Fahrzeug nach dem anderen traf auf der Wiese in der Ascheberger Osterbauerschaft ein. Als wir dann um 17.00 Uhr die Kasse schlossen hatten wir dann tatsächlich die Marke von 200 Ostmobilem geknackt!
Interessant ist, dass die Zahl der teilnehmenden Zweiräder von Jahr zu Jahr steigt.
Ebenso steigt die Zahl der Camper kontinuierlich, man merkt, dass der „Tag des Trabi“ sich zu einem familiären Campingtreffen entwickelt.

Wie jedes Jahr gab es auch Programm. So hatten wir einige professionelle und private Händler auf dem Platz, die Königs aus Zwickau kümmerte sich um diverse verstellte Zündanlagen, die Firma Düsentrieb aus Laer versorgte die Simsonfraktion, Lebensmittel aus dem Osten Deutschlands bot das Geschmackszentrum Ost aus Oberhausen an und diverse private Teilehändler kamen mit vollen Kofferräumen und Anhängern.

In diesem Jahr konnten wir mit dem Event-Catering Münster einen neuen Caterer präsentieren, der mit guter Imbissverpflegung samt Getränken und deftigem Frühstück zu günstigen Preisen für satte und zufriedene Teilnehmer und Besucher sorgte. Das Inhaberpaar Hoppe hat schon für nächstes Jahr zugesagt.

Leider konnte die Hüpfburg nicht aufgebaut werden, der Betreiber hatte bei der Anfahrt auf der Autobahn einen schweren Autounfall.
Wem es zu heiß wurde, der konnte sich unter Geros Gartendusche in einer selbst gebastelten Kabine eiskalt abbrausen.
Ganz klar, es gab es auch wieder unsere „Sputnikiade“, bei der Groß und Klein sich bei Spielen messen konnten.

Als besonderes Highlight haben wir uns ein Extra-Bonbon für die Teilnehmer (und letztendlich für die Bewohner des Behindertenbauernhofes) ausgedacht:
Im Vorfeld besorgten wir einen DDR-Eigenbauanhänger, den wir restaurierten, über den TÜV brachten und anmeldeten. Diesen Anhänger versteigerten wir auf amerikanische Art am Samstagnachmittag unter den Teilnehmern. Als die Zeituhr klingelte, erhielt Tobias Kunze aus Buchen den Zuschlag, denn er warf als letzter vor dem Signal die letzte Münze ein.
Auf diese Art kamen 510 € zusammen, und weil Mathias „Matze“ Tramte von den IFA-Freunden Ostwestfalen das gut fand, verdoppelte er kurzerhand den Betrag. Ebenso spendeten meine Nachbarn 70 € und bei der Platzrunde unserer Jungsputniks mit der Spendendose kamen noch eine Menge Euros zusammen. Alles in allem, zusammen mit der Platzmieten-Spende, kamen 1879,84 € zusammen, die wir aus Vereinsmitteln auf 1900 € aufrundeten.
Diesen Betrag übergaben wir dann am Freitag nach dem Treffen der Heimleitung des Bauernhofes, die mit diesem Geld Dinge anschafft, die unser Staat für unsere behinderten Mitmenschen nicht vorsieht, näheres dazu weiter unten.

Wie in den Vorjahren ging eine unabhängige Jury, die sich aus Gästen zusammensetzte, über das Gelände und wählten die ihrer Meinung nach schönsten Fahrzeuge aus. Um keine Zweifel an unserer Neutralität zu nähren, waren, wie sonst auch, keine Sputniks in der Jury tätig und auch unsere Fahrzeuge nicht in der Bewertung.

Folgende Sieger hat die Jury ermittelt:

Weiteste Anreise:

Christian Zenz aus Ternitz in Österreich mit 1072 km!

Größte Gruppe:

Der „Zweitaktdonner Speckhorn“ mit 14 Fahrzeugen, gefolgt von den „Ruhrtaktern“ mit 12 Fahrzeugen und unserem Namensvettern „IFA Club Sputnik“ mit 10 Fahrzeugen

Schönster Trabant Kübel:

P601A von Norbert Wagner

Schönster Trabant Kombi:

P601 Universal von Fjodor Root

Schönster Trabant Umbau:

P601Cabrio von Harald Zenker

Schönste Trabant Limousine:

P601LS von Jens Wilke

Schönstes Motorrad:

DKW SB 350 von Philipp Bergmann

Schönste 50er:

Simson Spatzr von Fabian Burer

Schönster IFA-PKW:

Wartburg 353 Tourist von Anke + Christoph Rethmann

Schönstes RGW/Ostblockfahrzeug:

UAZ 469 von Norbert Behlau

Schönstes IFA Nutzfahrzeug:

Robur LO2002A von Tennis Murmann

Ehrenpokal:

Einen Ehrenpokal erhielt in diesem Jahr Mathias Tramte für seine große Spende für den Bauernhof St. Georg (übrigens hat er eine ähnliche Spende beim 20. Tag des Trabi getätigt!). Ganz herzlichen Dank im Namen der Bewohner des Bauernhofes!

Diese Sieger und auch die Zweit- und Drittplatzierten präsentierten und ehrten wir bei der Pokalverleihung um 18.00 Uhr.
Vorher ehrten wir die ersten drei Sieger der einzelnen Gruppen der „Sputnikiade“. Die Gewinne stiftete in diesem Jahr das Geschmackszentrum Ost aus Oberhausen. Danke dafür!

Als die Preisverleihung beendet war, verließen die Tagesgäste nach und nach den Platz und die Camper waren wieder unter sich. Nach geselliger Runde am Essenstand und unter Pavillons und Vorzelten, zogen sich alle zu einer kurzen Nacht in die Schlafsäcke zurück.

Der Sonntagmorgen brachte dann bei strahlendem Sonnenschein Aufbruchstimmung; Zelte, Vorzelte und Klappis konnten trocken eingepackt werden. Nachdem der letzte Teilnehmer den Platz verlassen hatte, räumten wir dann ab und auf.
Hier dann noch ein Dankeschön an alle Teilnehmer:
Ihr habt den Platz supersauber hinterlassen, wir mussten fast nichts wegräumen, nur ein halbe 20-L-Tüte mit Papier, Kronkorken und Kippen fanden wir sowie zwei kaputte Campingstühle, die wir aber fachgerecht entsorgt haben.

Auf Wunsch einiger Teilnehmer möchte ich noch kurz erläutern, worum es sich beim Bauernhof des Sozialwerks St. Georg dreht:
In dieser Einrichtung wird behinderten Mitmenschen eine Aufgabe in der Landwirtschaft gegeben, die diese mit großer Freude ausführen und die sie ganz nach ihren spezifischen Möglichkeiten ausfüllen können. Sicher habt ihr einige der Bewohner auf dem Treffen kennengelernt, für alle ist das Trabitreffen ein großes Highlight im Jahresplan, einige sind auch ständig bemüht, beim Treffen zu helfen.
Einige wohnen auf dem Bauernhof, andere wohnen in Ascheberg und arbeiten dort. Zu den täglichen Verrichtungen in der dortigen Landwirtschaft wie füttern, Ställe reinigen und Landbau gehört auch der Verkauf von dort produzierten Waren im Hofladen dazu.
Wie so oft, zahlt der Staat für solche Projekte, aber auch hier ist das Geld knapp und der Bauernhof ist wie viele andere ähnliche Einrichtungen auf Spenden angewiesen. Hier kommen eure Spenden ins Spiel, wie im vorletzten Jahr wurden auch im letzten Jahr von eurer und unserer Spende z.B. spezielle Gartenmöbel angeschafft, die jeder im Sinnesgarten des Bauernhofes begutachten konnte (im Übrigen sehr bequem).
In diesem Jahr wird ein Teil der Spende in eine schöne Freizeitaktivität investiert werden.
Jetzt habt ihr eine kleine Ahnung, was mit eurem Geld geschieht. Weitere Infos zum Thema erhaltet ihr unter
http://www.sozialwerk-st-georg.de/uploads/tx_buhsggservices/Bauernhof_Ascheberg_L_02.pdf

Nun bleibt mir noch, mich bei allen Teilnehmern und Besuchern zu bedanken, das Jubiläum des „Tag des Trabi“ zu einem vollen Erfolg für alle werden zu lassen.
Ganz besonders bedanken möchte ich mich bei allen meinen Vereinskollegen, die emsig wie Ameisen im Vorfeld und auf dem Platz sowie beim Aufräumen für das Gelingen gesorgt haben.

Was bleibt ansonsten noch zu sagen? Wieder einmal ein gelungenes Wochenende mit exzellentem Treffenwetter, guter Stimmung und tollen Leuten auf einem schönen, ruhigen und familiären Campingtreffen ohne Bambule. So ist es, und genau so wird es bleiben.

Ich hoffe wir sehen uns auf anderen Treffen und vor allem im nächsten Jahr in Ascheberg wieder, und zwar vom

05. bis 07. August 2016.

für den Trabant-Club Sputnik e.V.
Thomas Wentker